S/Y ALRISHA

Alubat OVNI 435

Herrentörn 2013

 

27.April- 04.Mai 2013

 

Pünktlich um 03:00 in der Früh holt Werner Ferry ab, dann holen sie noch Bertl ab und rasch geht es nach Ebreichsdorf. Dort wartet der Rest der Crew, nämlich Robert und Christian. Sie wechseln das Auto – Robert kann seinen Firmenwagen benutzen und dann geht es bei wenig Verkehr nach Aquileia. Auf der ersten italienischen Raststätte machen sie Pause und gönnen sich einen Kaffee. 

In Aquileia erklärt Ferry den anderen wo sie Bäcker und Supermarkt finden. Bei mir eingetroffen bittet Ferry alle Platz zu nehmen und teilt das erste noch warme Bier aus. Das weitere Vorgehen wird besprochen, die Crew teilt sich auf. Bertl und Christian putzen mein Dinghi und machen es dienstbereit. Die anderen erledigen die Einkäufe, vorher werden aber noch alle Gepäckstücke gebracht und die Kojen zugewiesen. Ferry setzt mir meine Logge wieder ein und öffnet alle meine Ventile.

Als wir wieder komplett waren folgt beim 2. Bier die Sicherheitseinweisung. Dann legen wir ab. Es ist 13:00 und 2 Stunden später werden Segel gesetzt. Aber es wird eine Kreuz, der Wind scheint seinen Ursprung in UMAG zu haben. Um 16:00 hat der Wind bereits auf Stärke 6 zugelegt und weil sie doch noch heute nach UMAG wollen, wird der Motor dazu genommen um mehr Höhe laufen zu können.

Trotzdem dauert es bis 09:00 abends bis an der Zollmole festgemacht werden kann. Bertl springt etwas zu früh an Land, stolpert und schon rinnt das erste Blut. Dieser übertriebene Fleiß wäre nicht notwendig gewesen, aber nach der ruppigen Überfahrt wollten schon alle dass wir festliegen und fertig sind. Ferry kann nur die Polizei erledigen, denn der Hafenkapitän ist erst morgens um 08:00 wieder da. Um 22:00 liegen wir sicher vor 2 Moorings Bug voran im Hafen und sie suchen noch ein Lokal dass für sie noch ein Essen kocht. An der Hafenmole nimmt sie ein Wirt noch gerne auf und sie essen Cevapcici Pleskavica und Muscheln. Ein Ereignis muss ich auch noch berichten: die Halterung meines Radarreflektors ist gebrochen und so fiel dieser an Deck, aber Gott sei Dank wurde niemand getroffen.

Da wir gestern so spät erst ankamen wird heute Vormittag UMAG erkundet. Werner, außerberuflicher Kochmeister, schwärmt schon vom kroatischen Gemüse und fragt Ferry, wo denn der Markt sei. Ferry erklärt Ihnen den Weg und flugs sind auch schon alle bis auf Bertl verschwunden. Die Beiden verholen sich ins Klobeisel. Langsam trifft auch der Rest der Crew ein und nach ein paar Kaffees kommen sie zurück zu mir und legen ab. Sie kreuzen nach Sicht und legen gegen 06:00 in Novigrad am Wellenbrecher an. Eine der kreuz und quer liegenden Moorings verhängt sich an meinem Ruder. Der Hafenmeister glaubt wir haben eine Leine in die Schraube bekommen, aber Ferry deutet ihm nur - sie hängt nur im Ruder. Der Hafenmeister schneidet kurzerhand die Leine ab und sie nehmen die Mooring und lösen sie vom Ruder. Danach machen wir fest. Die Mooringleine wird wieder zusammengeknotet und alles ist OK. Wir bezahlen noch unseren Obolus und schon wird die Stadt erkundet.

Wenn schon Istrien bereist wird, muss es auch nach Porec gehen. Porec ist der Nobelort, aber in der Vorsaison bekommt man noch leicht einen Platz an der Hafenmole. Zwar zahlt man hier genauso viel wie in der Marina, aber dafür darf man auch die Infrastruktur der Marina nutzen. 2 meiner Crews nutzen dies auch redlich, denn sie gingen sofort duschen und gönnten sich eine 2. Dusche am nächsten Morgen.

Das Anlegemanöver verlief dieses mal mit Präzession, als ob meine Crew noch nie etwas anderes gemacht hätte. Dem Hafenmeister fiel dies sogar auf und er belobigte uns. In Porec kaufen wir uns jeweils ein Stück  Pizza – es ist ja gerade mal Mittag vorbei und sie schlendern durch die Straßen. Die Jungs suchen sich ein Lokal für den Abend aus, wo sie dann gegen 19:00 auch aßen. Es war ein wenig teurer als normal, aber dafür gab es Stoffservietten und einen Gruß vom Haus. Später dann wieder bei mir saß man noch gemütlich in meiner Plicht und nahm den obligaten Absacker.

Von Porec geht es zur Uv. Kric, einer Badebucht am Ausgang des Limski-Fjords. Nach 1 ½ Stunden Fahrt liegen wir zu Mittag vor Anker.

Heute wird gegrillt. Werner hat Fleisch und Fisch besorgt und dieses wird am Abend auf meinem Bordgrill zubereitet. Werner montiert mir auch eine neue Halterung für meinen Flaggenstock am Geräteträger. Der Gewindeschneidesatz kommt zum Einsatz und kurze Zeit später weht meine Flagge nun deutlich sichtbar achteraus. Danke Werner!

Das Wasser in der Bucht würde ja zum Baden verleiten, aber eine Temperatur noch deutlich unter 20 Grad ist nicht für Jeden etwas. Abends beginnt die Grillerei. Für die einen gibt es Fisch, für die anderen Cevapcici. Erdäpfel mit Mangold für die Fischfraktion – Ajvar und Zwiebelsenf für die Fleischfraktion. Fisch muss schwimmen und das Fleisch offensichtlich auch, also haben alle ihren Beitrag geleistet um meine Bordvorräte weiter zu dezimieren. Nach solchen Nächten glaube ich immer auf mir ist ein Sägewerk installiert.

Wir genießen noch die Bucht, denn heute wollen wir nach Rovinj und das liegt so zu sagen nur einmal ums Eck. Um 03:00 sind wir fest und meine Crew ausgehbereit. Im Nordhafen liegt man ja quasi in der Stadt. Wieder wird in der Stadt geschlendert, der Aufstieg zur Kirche jedoch vermieden. Essen gehen sie ins Veli Joze. Sicherheitshalber haben sie bereits am Nachmittag reserviert, denn Ferry hat der Crew von Steaks vorgeschwärmt. Sie waren auch sensationell. Wenn einer nicht auf essen konnte, fand sich sofort ein Abnehmer. Abends gibt es noch für die Fans vom Fußballplatz ein Champions League Spiel.

Sie beschließen alles in einem Tag zu machen und müssen leider mangels Wind motoren. 21 ½ Seemeilen zeigt die Logge, als wir wieder in UMAG sind. Ich werde betankt 1000 Kuna fließen in meinen Tank. Abends essen sie in einem anderen Lokal, weil es immer noch kalt ist, sind sie froh innen einen Platz am offenen Kamin bekommen zu haben. Sie dinierten vorzüglich und genossen den letzten Abend in Kroatien.

Alles geht zu Ende besonders Urlaube, aber nicht für alle. Robert und Ferry bleiben und der Rest der Crew muss wieder nach Hause. Werner holt sich noch diverses Gemüse vom Markt. Alle sind auch mittlerweile mit Crocs ausgestattet. Bertl's mussten sogar auf hoher See wieder raus gefischt werden. Gut wenn man auch ein bisschen Fischerausrüstung an Bord hat, denn mit dem Kescher ging das doch besser als mit dem Bootshaken. Bei der Überfahrt nach Grado hatten wir Rückenwind und so konnte mein Spi wieder einmal gelüftet werden. Das hat allen Spaß gemacht. Werner steuerte und bewies sein Talent am Rad. Endlich in Aquileia angekommen räumte der verlassende Teil der Crew die Kojen und dann halfen alle zusammen Innen und Außen klar Schiff zu machen. Abends suchen sie die Basilika auf, wo Ferry Sparda (Schwertfisch) empfiehlt und als Hauptspeise gibt es Pasta oder Pizza. Das Lokal bedankt sich mit einer Runde Limoncello respektive Grappa.

Am nächsten Morgen gelingt es unseren Brigittes nicht, uns zu überraschen. Sie bringen Croissants mit. Sie nehmen alle noch einen Kaffee und dann verabschieden sich Werner, Robert und Christian. Von Werner ereilt uns noch ein eMail indem er berichtet: Brav die Blumen vorm Haus gegrüßt zu haben. Sie seien aber unfreundlich weil sie nicht zurückgegrüßt haben, aber es hat ihm gut gefallen und er könne sich vorstellen es wieder einmal zu machen.