S/Y ALRISHA

Alubat OVNI 435

Herren - Überstellungstörn 2014

 

19.April- 03.Mai 2014

 

Das waren zwei ereignisreiche Wochen!

Samstag früh bringt Brigitte Ferry, Robert und Franz nach Aquileia. Nachdem sie ja schon das meiste im März gebunkert hatten, war ja nur mehr eine kleine Menge an Bier zu verstauen. Wasser einzufüllen, einzukaufen, Sicherheitsausrüstung zu montieren und sonst noch ein paar Kleinigkeiten. Sollten somit am Abend fertig sein und somit zeitig am Sonntag ablegen. So war es gedacht – aber es kommt doch immer anders als geplant.

Wasser im Schiff die Erste: Sobald die Wasserpumpe aufgedreht wird, kommt Wasser aus der Motorbilge. Welle ist aber trocken und Motor läuft auch nicht - die achtere Koje muss ausgeräumt werden – dort ist fast der gesamte Biervorrat (einzelne Dosen für 11 Wochen) verstaut. Ergebnis alles trocken. Dann findet sich ein abgeschnittener Schlauch und den verfolgen sie zurück und landen beim Warmwasserboiler. Das Überdruckventil ist offen – Fehler beheben - Ventil schließen - Bilge auspumpen und auswischen.

Navigationslampen Kontrolle: Die Navigationslampen leuchten nicht und der Schalter fällt immer. Schalter – oder Lampen – oder Kabel kaputt? Durch umhängen der Anschlüsse kann der Fehler beim Schalter ausgeschlossen werden. Die Lampen sind nach Inspektion in Ordnung. Nach unterbrechen der Kabel im Bugbereich fällt die Sicherung nicht mehr. Fehler lokalisiert – durch das Schweißen der neuen Reling sind die Kabel durch die Hitze (an)geschmolzen. Kein Problem ziehen sie halt neue Kabel ein – die Kabel stecken in der Reling und rühren sich keinen Millimeter. Ein Provisorium muss her. Inzwischen ist es Abend.

In der Früh werden noch die restlichen Sachen erledigt und um 10:00 können sie endlich die Leinen los machen. Einklarieren in Umag – bescheidenes Wetter plus südliche Winde ergibt einen Stopp in Rovinj. Dort werden zum Trost im Veli Joze hervorragende Pfeffersteaks verspeist.

In der Früh geht es weiter. Das Wetter ist bescheiden, wie übrigens den ganzen restlichen Törn, aber das wissen sie jetzt noch nicht.  Plötzlich pfeift der Bilgenalarm. Gut das meine so etwas eingebaut haben. Wasser im Schiff die Zweite: Also stoppen sie in der Soline/Pula und machen sich auf die Suche. Mein Motor verliert sein Kühlwasser. Es wurde im Herbst von Luca getauscht. Offensichtlich hat er die Ablassschraube nicht genug eingedichtet oder sie war zu lose angezogen.

Mit Bordmitteln kriegen sie es nicht dicht, da mangelt es an passenden Werkzeug. Ferry schreibt auf die Wunschliste neuen VOLVO Motortauglichen Ratschensatz. Damit werde ich schon wieder schwerer. Ich glaub' sie werden wohl noch mal genau die Zuladung prüfen müssen sonst segle ich unter 10kn Wind gar nicht mehr.

 

Nach einem Anruf in der Marina Veruda/Pula, ob sie helfen können wird uns ein Liegeplatz am Pier 10 zugewiesen und nachdem Vorstellig werden kommt 15 Minuten später der Mechaniker mit genau einer Ratsche, einer Verlängerung, einer Umlenkung und zwei Nüssen. Das Problem war ja von uns bereits beschrieben. So war keine Fehlersuche mehr notwendig und beide Schrauben wurden entfernt. Jetzt läuft mein neues Kühlmittel wieder vollständig aus. Der Mechaniker verschwindet, denn er will die Gewinde prüfen und neu eindichten. Wieder nur 15 Minuten später kehrt er zurück, diesmal hat er auch neuen VOLVO Frostschutz mit und schraubt wieder alles fest. Der Frostschutz wird mit Wasser gemischt und eingefüllt. Anschließend erfolgt ein halbstündiger Probelauf und alles ist wieder dicht.

Noch ist es schön und so fallen die Kleider.

 

Für die kommenden Nachtfahrten gilt es auf Bier zu verzichten. Das muss natürlich geübt werden. So sieht dies dann aus:

  

 

Es ist mittlerweile Mittags und mit Cevapcici gestärkt laufen sie aus. Kurzes Segeln – motoren – Entscheidung soweit wie möglich zu fahren. Die erste Nachtfahrt beginnt. Die Jungs gehen zu zweit Wache und erklären sich bereit die Schicht von 00:00 bis 05:00 zu übernehmen. Ferry geht die Schicht bis 24:00 und von 05:00 bis 09:00 alleine. Sie hängen sich immer alle brav mit dem Lifebelt an, das eine integrierte Schwimmweste ist auch wenn gar kein Wind und auch keine Wellen vorherrschen.

 

Mal mit Wind unter Segel und wieder ohne geht es weiter. Nach der zweiten Nacht erreichen sie am Donnerstag Dubrovnik um 14:00. Nach der Tanke verlegen sie mich in die Marina. Nach dem Duschen fahren sie mit dem Bus in die Stadt und gönnen sich ein Abendessen mit Muscheln. 600 Kuna (€ 80.-) löhnte Franz. Hier sieht man den Touristenzuschlag deutlich.

 

 

Am nächsten Vormittag wird noch die Stadt erkundet, aber auf eine Wanderung auf der Stadtmauer wird verzichtet - diese kostet mittlerweile 100 Kuna (€ 13.-) .

Ach ja so „Kleinigkeiten“ wie Türe fällt aus den Angeln, der Zipp der Sprayhood verliert drei Zähne, die Ankerwinde ist so festgefressen, dass der freie Fall nicht möglich ist, wollen wir nur nebenbei erwähnen. Ich verstehe nicht, wie das passieren kann, wo ich doch laufend professionell gewartet werde und die meinen alles was sie selber machen können auch jedes Jahr durchführen.

Bis jetzt war fast alles im Ölzeug zu erledigen. Viele Motorstunden fallen an, da entweder gar kein Wind geht oder schwach von vorne kommt. Viel Regen fällt und es ist immer wieder kalt. Roberts Ölzeug ist völlig durchnässt und schlussendlich schmeißt er es in Korfu weg.

 

 

Auch das wechseln von Flaggen kann ganz aufregend sein. Insbesondere wenn die Leine an der Flagge reißt, dann heißt es auf in den Mast bis zur ersten Saling. Da eignet es sich einen Leichtmatrosen mitzuhaben der einfach herum turnt - wohl angehängt versteht sich - und von uns liebelvoll "Bordäffchen" genannt - in Anlehnung an deren Beweglichkeit.

     

Am Sonntag erreichen wir N. Othoni und ankern zunächst. Das Dingi wird klar gemacht und es sprudelt zum ersten Mal der neue 6PS Tohatsu. Der Wirt empfiehlt uns in die neue Hafenanlage zu verlegen, die unser Hafenhandbuch noch nicht kennt. Dort gehen wir längsseits. Am Abend gehen sie zu dem Wirten essen und bekommen verschiedene Speisen serviert. Wieder um € 80.- ärmer kehren sie zurück und verschwinden in den Kojen. Diese Nachtfahrten scheinen seltsame Traumata hervor zu rufen. Alle berichten, dass sie ihre Schlafsäcke, bzw. Decken ihre Vornamen rufen. Wie bei den Sirenen ist jeder Widerstand sinnlos.

Sie wollen weiter - es ist Montag - aber es schüttet in Strömen. Des weiteren hat der Wind über Nacht auf Auflandig gedreht und wurde stärker. Meine Fender werden ganz schön gegen die Kaimauer gepresst. Eine Lageänderung ist nicht möglich. Vier meiner Fenderkleider müssen dran glauben, aber mir und meinen Fendern passiert nichts. Am späten Nachmittag klärt es wieder auf.

Am nächsten Morgen geht es weiter nach Korfu. Bei starken Winden Genua und Groß im 2. Reff erreichen sie N. Kerkyra (Korfu) - Kassiopi, ein Hafen an der Nordküste. Hinter der Hafenmole wird r.k. mit Anker angelegt. Am Abend gibt es das Käptn's Dinner (Fischplatte und Vorspeisen).

Weiter geht es nach Gouvia - zunächst zur Tankstelle. Zwar können sie anlegen, aber sie müssen warten bis der Tankwagen eintrifft um die offensichtlich leere Tankstelle aufzufüllen. Andere Schiffe verstehen natürlich nicht warum da nichts weiter geht - aber so kann es halt sein.

Endlich wieder voll laufen wir Richtung Marina Einfahrt und rufen auf VHF 69 Marina Gouvia. Ein Boot holt uns ab und weist uns einen Platz zu. Wir liegen diesmal im neu gebauten und nicht fertigen Teil. 

Die letzten beiden Tage verbringen sie mit meiner Reinigung, dem reparieren diverser Kleinigkeiten inklusive Mechanikereinsatz für Ankerwinde und besuchen Korfu Stadt. Obwohl das Internet Schönwetter versprach ist es wohl müßig zu sagen, dass es schon wieder regnete.

 

Trotz aller Wetterkapriolen haben sich alle gut verstanden, diverse neue Sprüche wurden kreiert wie z.B.: "Vasili, gib mir ein Zisch - aber nur eines".  Es hat Spaß gemacht und alle haben nun Nachtfahrten, Seemeilen und Überfahrten für Ihren B-Schein.

  

Hier endet mein Bericht. In ein paar Wochen geht es weiter.