S/Y ALRISHA

Alubat OVNI 435

Urlaubstörn 2012-07 Elaphiten

Es waren turbulente 3 Wochen, Brigitte erfuhr dass sie nach AVRAG in eine neue Firma übernommen wird. Die Vorstellung der neuen Firma, der neuen Chefin und des neuen Arbeitsplatzes und der noch nicht ausgestandene Kampf nach Altersteilzeit und Teleworking hat Brigitte sehr mitgenommen. Aber am Freitag werden noch die letzten Vorbereitungen für den Urlaub getroffen. Es werden noch Himbeeren und Ribisel gebrockt und alle Utensilien (Bier, Essen, …) ins Auto verladen. Was soll ich sagen, es ist wie immer randvoll. Die Fahrt verläuft trotz Ferienbeginn erträglich, natürlich hat es auf der Fahrt wieder geregnet. Erst spät am Abend kommen sie zu mir und bringen mal die wichtigsten Dinge mit.

Gleich nach dem Kaffee beginnt Ferry mir den neuen Windmesser einzubauen und alles funktioniert wieder. Das NMEA kann er nicht einbauen, da kennt er sich zu wenig aus, aber mein Schapp in der achteren Steuerbord Kabine leimt er mir wieder. Nach und nach werden Bier, Essen und Wasser an Bord geschafft. Alles wird verstaut. Brigitte füllt noch meine Wassertanks voll und einem Spaziergang nach Aquileia bei 35 Grad im Schatten steht nichts mehr im Weg. Dieses Wochenende ist nämlich Tempora in Aquileia. Brigitte nimmt ihren neuen Rucksack für ihre Fotoausrüstung mit. Neu im Gepäck ist ein Teleobjektiv 70-300.

Am Sonntag nach dem Fest, geht es bei wenig Wind und der wird noch von meinem Bug geteilt Richtung Umag zum Einklarieren und mit Wachen von 3 Stunden geht es bis in die Kornaten. Ab Dugi Otok können wir ein wenig segeln - natürlich eine Kreuz. Sie übernachten in einer der ersten Buchten in den Kornaten. Leider sind sie etwas zu früh dran und so müssen sie ihr Tagesticket abgeben.

Am nächsten Tag fahren sie gemütlich alle Buchten in den Kornaten ab. Am Ende der über 80 umfassenden Inselwelt können sie Segel setzen. Ab dem Festland ist es dann eine Kreuz und die ganze Nacht läuft wieder der Motor. Vor der Einfahrt von Korcula und Pelesac bläst der Wind mit 6 Bft - natürlich aus Ost Kurs 90 Grad. Erst unter der Stadt Korcula machen sie einen Stopp. Bei der Werft wird getankt und gleich danach fällt der Anker.

Mein Dingi wird ins Wasser gelassen und der Außenborder montiert. Endlich können sie sich abkühlen, denn alle Tage hatte es bis jetzt über 30 Grad. Am späteren Nachmittag wollen sie rüber ins Restaurant auf ein Bier. Ferry probiert den Außenborder – er funktioniert besser, aber das Standgas hält er noch immer nicht. Schnell sind sie am Ufer und Brigitte grüßt mit „Dobar dan“ und bestellt 2 Bier. Als Antwort bekommt sie, dass es kein Bier gibt. Die Überraschung ist groß, was trinken die Leute hier zum Essen? Auf einmal kommt der Besitzer in nasser Unterhose und fragt ob wir was zum Essen wollen, Ferry verneint und wollte noch sagen, aber am Abend, kommt aber nicht mehr dazu und ab jetzt wird es sehr tief. Er meint: „Trinken gibt es nur zum Essen, wir sind ein RESTAURANT und keine KNEIPE und außerdem müsst ihr für 200 € essen und überhaupt schleicht’s euch auf euer Boot“. Des Weiteren zeigt er Ihnen noch den Finger und beide steigen ganz schnell in mein Dingi und fahren schockiert zurück zu mir. So etwas haben sie noch nie erlebt, aber am Abend können sie beobachten, dass er ganz alleine in seinem RESTAURANT sitzt. Sie wünschen ihm ganz viele einsame Abende in seinem RESTAURANT. Abendessen gibt es an Bord.

Und wieder weht der Wind mir direkt auf den Bug. Jetzt tun sie mir schon echt leid, aber heute setzten sie Groß, Genua und Kutter und machen ein paar Meilen unter Segel. Leider lässt der Wind nach und es geht weiter unter Motor bis in die Bucht Okukujle auf Mljet. Schon beim Anlegen begrüßt uns das Nachbarboot recht herzlich. Wie wir später feststellen, sind alle aus Neulengbach und Umgebung. Es wird getratscht und Bier und Wein getrunken. Dann werden die Kinder auf den Mast gezogen. Später klettern der Skipper vom Nachbarboot und Andrea auf meinem Mast. Hat Spaß gemacht wieder Leute bei mir oben zu haben. Abends gehen sie gemeinsam Essen. Spät und sehr lustig kommen sie in meine Kojen.

Heute gibt es wie schon die ganze Zeit südliche Winde. Aber heute beschließen sie zu kreuzen. Am Nachmittag legt sich Brigitte und dann Ferry in die Koje. Eigentlich wollten sie bis Cavtat, aber da es schon sehr spät ist und sie erst Höhe Dubrovnik sind, beschließen sie in der Bucht vor der Altstadt den Anker zu werfen. Nach einer Suppe geht es in die Kojen. Ich fühle mich ganz klein unter den vielen großen Motor und Segelbooten, schlafen kann ich nicht besonders, denn immer wieder werde ich durch Wellen geweckt.

Am Vormittag machen sie das Dingi klar und auf geht es in die Stadt, das Dingi wird in der Nähe der Altstadt, bei einer Slippanlage geparkt und nach einem teuren Bier, wird die Altstadt besichtigt. Na ja besichtigen kann man bei diesen vielen Menschen nicht wirklich sagen. Sie beschließen recht bald wieder zu mir aufs Schiff zu kommen und weiter treibt es sie nach Cavtat. Die 5,6sm fahren sie unter Motor, jedoch nicht ohne vorher die großen Schiffe zu bestaunen. Ein Fünfmaster, ein Kreuzfahrtschiff, ein 60ft Segler und viele andere teuren Boote liegen hier vor Anker und ich bin das zweit kleinste.

Nach einem Bier schlendern sie durch den Ort. Er gefällt Ihnen sehr gut und Brigitte entdeckt ein nettes Restaurant, welches sein Brot selbst backt und vieles anderes in Eigenregie herstellt. Die Speiskarte ist nur auf Englisch und so bekommt Brigitte ganz etwas anderes als geglaubt, aber dieser Fehlgriff war kein Nachteil, denn die mit Trüffel versetzte Hühnerleberpastete schmeckte traumhaft, auch die Hummersuppe war fantastisch und der Seafood Teller war besonders gut.

Ab jetzt soll es langsamer weiter gehen, denn sie wollen sich die ELAPHITEN anschauen. Spät in der Früh heißt es Anker auf und unter Motor geht es zur Insel KOLOCEP. Der Anker fällt und beide brauchen eine Abkühlung. Es ist schon wieder sehr heiß. Sie beschließen erst am späten Nachmittag den Ort zu erkunden. Beim Spaziergang hören sie eine Messe, sie wird vor der Kapelle abgehalten. Leider ist sie auch schon zu Ende, daher spazieren sie noch ein Stück weiter, drehen aber dann wieder um. Beim einzigen Lokal machen sie Rast. Ein, zwei Biere sind schnell getrunken. Man kommt mit den Nachbarn ins Gespräch – es sind Norweger und die haben ein Boot in Norwegen – ein Tausch für einen Urlaub - ja das wäre mal was anderes, aber ich lasse das nicht zu.

Zeitig in der Früh geht es einmal um die Ecke in die Stadt Celo. Der Anker fällt und sie machen einen Ausflug in die Stadt. Die Wegweiser sind nicht ganz eindeutig, daher irren sie ein wenig herum. Sie entdecken dann doch noch die Kapelle und da es schon wieder sehr heiß ist und es wird noch ein Stopp für einen Durstlöscher gemacht. Danach kommen sie zu mir zurück und sie gehen Anker auf. Nur 2sm weiter fällt der Anker schon wieder. Es ist eine Badebucht auf der Insel Lopud. Hier ist ein wunderschöner Sandstrand, findet man ganz selten in Kroatien. Spät rudern sie an den Strand, gönnen sich ein kühles Blondes und beim zurück rudern, bricht die Halterung vom Ruder. Sie wird trotz Spezialkleber den restlichen Urlaub kaputt sein.

Heute sind Bootsreinigung und kleinere Reparaturen angesagt. Sie schwitzen ganz schön, denn heute hat es 36 Grad im Schatten und unter Deck sind es noch immer 35 Grad. Nächste Station ist Lopud Stadt, das sind 3sm, die Segel werden nicht ausgepackt. Dort müssen sie 4 mal ankern, bis ich sicher liege. Nach der Stadtbesichtung finden sie die Konoba Peggy, die am Berg eine wunderschöne Terrasse mit Ausblick auf die Bucht und die Kirche hat. Am Nachhauseweg bleiben sie noch auf einen Cocktail stehen. Die Musik gefällt Brigitte, aber Ferry weniger. Aber was den beiden am wenigsten gefällt, war der Preis für den Cocktail (2 Cocktails und 2 Bier 200 Kuna).

Nur 2 sm weiter ist die Bucht Sudurad auf Sipan. Die Stadt ist schnell besichtigt und so beschließen sie, einer deutschsprachigen Reiseführerin nachzulaufen und werden so auf einen Lorbeerbaum aufmerksam gemacht. Schnell sind ein paar Blätter gezupft und zu Hause werden sie getrocknet. Weiter finden sie noch Feigen, leider kommen sie später darauf, dass die noch nicht reif sind. Rosmarin wird auch noch am Straßenrand gefunden und ein paar Zweige mitgenommen. Weiter geht es die 6sm unter Motor in die Stadt Sipanska Luka. Hier können wir uns noch den Platz zum Ankern aussuchen - so wie fast überall in den ELAPHITEN. Gleich darauf ankert eine Feeling mit Österreichern neben uns. Ferry lädt sie auf einen Drink ein und es wird ein langer Nachmittag. Abends kocht Ferry Spagetti mit Thunfisch und mit Rotwein klingt der Abend aus, leider nicht ganz ohne Zwischenfälle. Rotwein wird im Cockpit verschüttet, Max (Spitname "der Bub") nimmt die Pütz und reinigt das Cockpit, leider ist die Luke zu Brigitte’s Koje offen und so kann sie in einem nassen Bett schlafen.

So wirklich freut es ihnen nicht zu segeln, na ja es sind ja nur insgesamt 9sm und davon ca. 3sm im seichten (bis 2,5m) Gewässer bis nach STON. In STON angekommen, sind sie von der Größe der Mauer beeindruckt. Sie ankern und machen sich fertig zur Besichtigung, da meint ein älterer Mann: „No anchoring“. Ferry ignoriert und sie paddeln an Land. Der ältere Mann will unbedingt, dass wir an die Mole gehen und sie sollen dafür 260 Kuna zahlen. Er erklärt das andere Schiff habe auch 100 Kuna für 3 Stunden bezahlt. Ferry will nicht an die Mole, denn der Südwind würde mich dauernd an die Wand drücken. Auf einmal ist auch der Hafenkapitän da und der meint: „Hier ist ankern verboten, die Mole ist frei, aber wir müssen den alten Mann bezahlen und außerdem, wenn geankert wird, muss eine Person am Schiff bleiben.“ Ferry ist sauer, der alte Mann geht auf einen Handel nicht ein und so sind sie bald wieder am Schiff und gehen Anker auf. Soweit zu STON. Sie beschließen in der Bucht Kobas eine Konoba anzufahren. Leider bekommen sie beim Rückwärtsfahren ein Netz in meine Schraube. Nach dem Festmachen schaut sich das Brigitte an und meint, da hat sich soviel um meine Welle gewickelt, das geht nicht mehr mit Schnorcheln. Also wird die Tauchausrüstung zusammengestellt und Brigitte befreit mich von Leinen, Netzen und Kette (die hat auch gegen meinen Rumpf geschlagen). Brigitte wird gefragt, ob sie auch eine gerissene Muring finden und wieder zusammenknüpfen kann und will. Gesagt getan. Leider gibt es als Danke nur 2 kleine Bier, ein bisschen knauserig. Das Abendessen ist sehr gut und man gibt noch Rabatt.

Sie motoren den Stonski Kanal noch zu Ende um dann das Groß und den Blister zu setzen. Mal geht es mit 5kn, mal mit 2kn, das Tracking ist eine Schlangenlinie, bis  dann der Wind von vorne kommt. Unter Motor geht es bis nach Korcula. Sie ankern wieder in der Bucht von Racisce, beschließen diesmal zur „blauen Bude“ essen zu gehen. Das Bier kostet dort 15 Kuna und die Rasnici 45 Kuna, die auch noch munden.

Es geht weiter Richtung Norden. Fünf Seemeilen unter Segel, dafür muss das Groß, die Genua, der Blister und sogar der Spibaum gesetzt werden. Eine tolle Ausbeute. Weiter geht es unter Motor bis nach Scredo. In dieser tiefen Bucht, finden sie sogar noch ein Plätzchen auf 8 Meter und lassen gleich den Anker fallen. Für das Abendessen entscheiden sie sich für den nördlichsten Wirt, eine österreichisch kroatische Konoba. Der Garten ist mit einem Piratenboot und vielen netten Kleinigkeiten einladend hergerichtet. Sie sitzen auf einem großen Tisch, den dort weht ein wenig der Wind und sorgt für Abkühlung. Später kommt ein deutsches Pärchen und es wird getratscht. Sie haben eine „AMEL Super Mamaru“ in rot, außen komplett neu lackiert und viele Teile wurden schon getauscht. Nach ein paar Bierchen kommen sie noch zu mir aufs Boot. Es wird ein gemeinsames Frühstück vereinbart.

Erst um 08:45 wird Brot und Croissants mit dem Boot geliefert. Danach kommt die Nespresso Maschine ins Dingi und gleich geht es rüber zur STENELLA (Amel). Das Frühstück ist schon vorbereitet und die Neugier ist bei meinen sehr groß, mal eine AMEL zu sehen. Sie tauschen noch weitere Erfahrungen aus und dann heißt es leider Abschied nehmen. Eigentlich wollen sie in der Nähe Hvar Stadt bei einer Tauchbasis ankern, aber es gibt keinen Liegeplatz also geht es weiter bis nach Solta. Ach ja der Wind, der hat wieder mal vergessen zu blasen. Da für heute Abend und die nächsten Tage Bora angesagt ist, wollen sie in Stomorska an einer Muring festmachen. Sie bekommen noch die letzte Muring. Nach dem Anlegen klären sie mit dem Basisleiter die nächsten Tauchgänge ab.

Das Dingi wird mit dem Tauchzeug voll geräumt und auf geht es zur Tauchbasis. Die Wellen sind schon ziemlich hoch und so schwappen mehrere Wellen in das Dingi. Am Steg der Tauchbasis ist es nicht möglich anzulanden, also beschließen sie am Strand alles Zeug auszuräumen. Das Tauchboot bringt sie an die SW Seite zu einem Canyon. Sie sehen eine gelbgefleckte Muräne. Zum Mittagessen fahren sie in eine kleine Bucht. Danach geht es weiter zu einer Steilwand. Müde kommen sie zurück, tragen alles in die Basis, reinigen ihr Zeug, trinken noch ein Bier und dann sind sie wieder bei mir am Boot. Es wird Zeit dass sie wieder da sind, denn in der Zwischenzeit waren so viele fremde Leute auf mir, sie gaben mir eine zweite Muring und haben meine Festmacher neu gespannt. Gut das sich meine sich das ganze noch mal anschauen und die Leinen richtig belegen. Da sie heute Landstrom und Wasser haben, werde ich noch entsalzt und meine Wassertanks aufgefüllt. Meine Waschmaschine läuft auch. Am Abend setzen sie noch zusätzlich eine Spring.

Heute geht es zur Höhle auf Brac. Es wird ein entspannter Tauchgang. Gleich geht es zurück nach Solta und nach einer kurzen Pause heißt es wieder ab in die Tiefe. Diesmal tauchen sie ziemlich lange an der Steilwand, leider viel zu lange in zu großer Tiefe. Brigitte bekommt eine Deko auf 6 Meter und 17 Minuten auf 3 Meter. Das ist halt fad, so lange auf dieser Tiefe herum zu tauchen. Gleich nach dem auftauchen geht es nach Hause. Als Leo zu mir kommt, ist gerade ein fremder Mann auf meinem Bug und Ferry fragt ihn freundlich „was er denn da auf seinem Boot tut?“. Schnell ist er weg. Leo parkt sich bei mir am Bug punktgenau ein, ohne auch nur mich oder das große Motorboot zu berühren. Schnell ist alles raufgeräumt und schon ist er wieder weg. Was war das heute für ein Tag für mich. Zuerst nehmen mir fremde Personen die 2. Muring und meine Spring wieder weg, machen meine Festmacher auf und legen sie einfach nur so herum. Das große Motorboot neben mir legt wieder ab, fast hätten sie mir meine Reling mit den Fendern kaputt gemacht. Ferry und Brigitte richten wieder alle Festmacher, beschweren sich über die 2. Muring, was hilft, denn sie bekommen sie wieder. Das Tauchzeug wird gewaschen und aufgehängt. Nachher geht es auf ein Bier, der Steirer, der in der ersten Nacht neben uns lag, setzt sich zu Ihnen und sie tratschen. Danach kommt noch der Vater von Christoph, dem Burschen mit dem sie getaucht haben und am Schluss kommen noch die Tauchpartner. Nach ein, zwei Bier wird ein gemeinsames Abendessen vereinbart. Ich werde noch vorgeführt und dann heißt es für meine Beiden, schnell duschen und landfein machen. Zum Essen bekommen sie einen große Portion Oktopussalat und eine Dorade. Beides schmeckte ausgezeichnet und war gar nicht teuer.

Am Vormittag wird noch alles verstaut, gesaugt, aufgewaschen und die letzte Wäsche gewaschen. Erst gegen Mittag laufen wir heute aus. Gleich in der Bucht werden die Segel gesetzt und es ist natürlich eine Kreuz. Der Wind wird immer stärker und sie geben Ihr Ziel Zirje auf. Sie gehen in die Bucht von Borovica. In der Bucht werden meine Segel geborgen und alles zum Anker fallen vorbereitet. Der Anker fällt auf 5 Meter und eine Landleine wird ausgebracht. Leider hält der Anker nicht und das Manöver muss ein zweites Mal gefahren werden. Ein Deutscher hilft Ihnen dabei. Nach dem Abendessen laden sie Ihn noch auf ein Bier und Schnaps ein. Es ist ein Abend, wo er nur von seiner Arbeit spricht.

Am Vormittag trifft die Segelyacht „Dream Team“ ein. Vor ziemlich genau einem Jahr haben wir sie schon in dieser Bucht getroffen. Damals halfen sie uns beim Ankern. Sie bleiben nur kurz. Die Eltern von Christof (Tauchen und Motorboot) ankern auch in der Bucht und kommen uns auf ein Bier besuchen. Es werden noch die Daten ausgetauscht und schon müssen sie wieder weiter. Um 14:00 heißt es auch für uns Anker auf um das gestrige Ziel zu erreichen. Es weht zwar Westwind, aber nur mit 1-2 Bft, also muss wieder der Volvo herhalten. In der Bucht von M. Stupica werfen sie den Anker, leider sind sie zu knapp bei einem anderen Segelboot und sie gehen noch mal Anker auf und verholen sich ganz nach hinten. Hier kann ich endlich wieder einmal meine Stärken des geringen Tiefganges ausspielen. Sie holen mein Schwert und mein Ruder rauf und ankern auf 1,20m. Alle in der Bucht schauen blöd. Später gesellen sich noch drei Fischerboote zu mir, wobei einer über meine Ankerkette seinen Anker wirft, was aber nicht stört, denn der will schon um 04:00 wieder hinausfahren.

Heute geht es auf in die Kornaten. Der Wind kommt aus südlichen Richtungen und mit einer Stärke, die für mich eindeutig zu wenig ist, also wieder motoren. Um 14:15 machen sie an der Muring von Ivo fest. Auch hier hat es nur 2m und so wird mein Schwert wieder eingezogen. Die Kinder spielen mit meinen Festmachern, springen ins Wasser und halten sich bei meinem Festmacher an oder sie ziehen sich mit Hilfe meines Festmachers aus dem Wasser, mir macht es auch riesigen Spaß. Am Abend bekommen sie eine schöne Portion Oktopussalat und danach gibt es 2 Fische mit Erdäpfel-Fisolen Gemüse und eine riesige Schüssel voll Salat. Zum Glück ist der Salat noch roh und so nehmen sie den Großteil mit zu mir. Auch Teile vom Fisch werden mitgenommen um ihn morgen zu essen.

Noch vor dem Frühstück nimmt Brigitte die Fotoausrüstung und läuft den Berg hinauf, um von oben Fotos zu machen. Hier hat man einen wunderschönen Überblick über die Inselwelt der Kornaten. Wieder unten angekommen wird noch schnell ein Frühstück gemacht und dann heißt es Nord machen. Der Volvo wird bis nach dem Kornatenausgang beglückt und dann werden die Segel gesetzt. Leider lässt der Wind nach 3sm aus und es wird bis nach Zverniac motort, dabei fahren sie die Küste „Dugi Otok entlang. Endlich in der Bucht von Kablin auf Zverniac wollen sie sich ganz hinten verstecken, denn für heute Nacht sind Gewitter und Bora angesagt. Ein Segelboot versperrt die ganze Bucht und so ist Ferry voll sauer, unleidlich und überhaupt. Beim 2. Ankerversuch hält der Anker und sie bringen zusätzlich Landleinen gegen die Bora aus. Des Weiteren wird noch eine Spring ausgebracht. Heute gibt es die Reste von gestern. Rund herum blitzt und donnert es und der Wind fängt an zu blasen.

Relativ zeitig gehen sie Anker auf und gleich werden die Segel gesetzt. Es wird sofort das 2. Reff eingebunden, aber auch das ist noch zu viel Tuch, also reffen sie noch einmal. Heute kann ich zeigen was ich alles bei so viel Wind kann. Ich laufe immer mit 6-8kn, es spritzt zwar auf das Deck, aber wir kommen schnell voran. Die Bora wird immer stärker, wir haben schon bis zu 35kn Wind und so beschließen sie in die nächste mögliche Bucht zu segeln. Sie müssen schon wieder zweimal den Anker werfen, denn hier in der Bucht gibt es nur Seegras und Steine. Am späteren Nachmittag taucht Brigitte noch mal den Anker ab und glaubt, dass mein Anker nicht mehr an derselben Stelle liegt, also gehen sie nochmals Anker auf. Der 1. Ankerversuch slippt, der 2. Versuch wird wieder kontrolliert. Diesmal liegt mein Anker vor einem Stein, dieser verhindert ein weiteres abrutschen meines Ankers. Ferry holt noch den Sea-Grip und wirft ihn aus. Der Ankeralarm wird aktiviert und ab geht es in die Kojen.

In der Früh kommt ein Franzose heran gerudert und meint seine Batterien sind leer, ob wir ihm nicht helfen könnten. Wir gehen Anker auf und wollen neben ihm ankern, um mit meinem Generator seine Motorbatterie zu laden, damit er starten kann. Er meint, das ginge nicht und er suche nach einer anderen Lösung. Also wird das Groß im 3. Reff gesetzt und ich schaue mit dem Bug aus der Bucht. Schlimm ist das, denn wir haben 30kn Grundwind und in den Böen bis zu 40kn. Das Groß bringen sie gar nicht mehr runter und so beschließen sie gleich daneben in Premuda an eine Boje zu gehen. Den Tag verbringen sie damit meine Vorschiffskoje und meine achtere Steuerbordkoje zu zerlegen, aufzuräumen und zu inventarisieren. Ich muss ja nicht sagen, wie es bei mir ausgeschaut hat. Aber jetzt ist alles wieder verstaut und sie wissen wieder wo was ist. 

Um 10:00 heißt es Boje auf und weiter nach Norden. Der Wetterbericht verspricht eine moderate Bora – NE bis 20kn abnehmend. Bald sind die Segel gesetzt, es wird sogar mein Kutter gesetzt. Unter Vollzeug geht es bis kurz vor Susak. Inzwischen gibt es Böen bis 22kn. Die Genua wird weggerollt. Kurz vor Ende von Unje heißt es das Groß reffen. Sie gehen ins 1. Reff und wollen die Reffleinen nachziehen, aber die klemmen. Das zweite Reff hat sich um den Bootshaken gewickelt und blockiert das 3. Reff. Da der Wind schnell zunimmt, beschließen sie das Groß komplett wegzuräumen. Leider ist ein Aufschießen nicht ganz ideal und so werden die schlagenden Reffleinen einfach an die Reling gebunden. Mit Böen bis zu 34kn geht es über den Kvarner, die Wellenhöhe beträgt gut 1m. Mehrmals geht eine Welle über mich hinweg. Abwechselnd stehen Ferry und Brigitte hinter dem Ruder. Nach 4 Stunden haben sie den Kvarner überquert. Nach dem Leuchtfeuer PORER setzen sie noch die Genua im 2.Reff dazu und sie können die Bucht Soline bei PULA direkt anlaufen. Die Segel werden geborgen und der Anker fällt. Heute haben sie sich ihren Schnaps redlich verdient. Erst danach wird klar Schiff gemacht.

Bei leichten Südwind (4-8kn) geht es auf nach Rovinj. Erst kurz vor Rovinj wäre es möglich Segel zu setzen, was sie aber nicht tun, denn für 3sm brauchen sie länger zum Her und Wegräumen. Sie beschließen in die Südbucht an eine Boje zu gehen. Gleich darauf werden das Dingi und der Außenborder vorbereitet. Diesmal stirbt der Außenborder immer wieder ab, sobald man Gas gibt. Also fahren sie mit Standgas bis zum Ufer. Ferry hat seine Sonnenbrille verloren und hier gibt es ein Brillengeschäft. Schnell ist eine RayBan ausgesucht und die Kreditkarte macht den Kauf perfekt. Sie schlendern durch die Altstadt kaufen einen Honiggrappa ein. Wie sie so durch die Straßen schlendern, entdecken sie ein kleines Geschäft das Trüffel verkauft. Gleich gehen sie in Verhandlung und bekommen noch einen Feigenlikör und einen Bitterlikör zum Kosten. Beides schmeckt hervorragend und schon ist ein Preis ausgemacht und als kleines Dankeschön erhalten sie einen Lavendelbeutel und ein Lavendelöl. Das war anstrengend genug, um sich bei einem Bier und einem Spritzer zu erholen. Brigitte sucht schon den ganzen Urlaub ein leichtes Strandkleid und sie fallen in die Hände einer tollen Verkäuferin. Gleich sind zwei, drei Kleider probiert und man einigt sich bei 2 Kleidern auf einen Preis. So jetzt haben sie aber genug eingekauft und der Magen knurrt auch schon. Sie gehen wieder zum „VeliJoze“ wo sie natürlich wieder ein Trüffelsteak essen. Als Vorspeise bekommt Ferry Sardellen in Trüffelöl und Brigitte eine Stockfischpastete. Die Nachspeise holen sie sich beim Eisgeschäft. Ein Musikant baut gerade seine Instrumente auf, darunter eine Querflöte und ein Didgeridoo (Alphorn auf australisch). Sie warten bis er spielt und Ihnen gefällt die Musik so gut, dass sie sich 2 CD’s kaufen. Langsam geht es wieder mit dem Dingi zu mir. Sie sitzen dann noch im Cockpit hören sich die neue CD an und dann heißt es schon wieder auf in die Kojen.

Ums bezahlen der Boje kommen sie auch nicht herum, aber hier kostet der Meter 8 Kuna, das ist auf jeden Fall bezahlbar. Nach dem ich klar bin, gehen sie Boje auf und setzen nach ein bisschen Höheschinden die Segel. Heute haben wir NW Wind und wohin wollen wir, alles klar nach Umag und das liegt im Nordwesten. Brigitte ist auf Beobachtung und sieht einen Fischer, der aber keinen Kegel gesetzt hat und weicht deshalb nicht aus. Wir werden angehupt und Brigitte weicht aus, jetzt erst sieht sie den Kegel, der aus Fischernetzen ist, also nicht wirklich sehr seemännisch, da man dies nicht von der Ferne erkennen kann. Der Fischer hätte nur 50 Meter abfallen müssen und hätte hinter mir durchfahren können, ohne dass es Probleme gegeben hätte. Na ja manche Fischer sind halt so. Am Schluss haben wir Westwind und so können wir UMAG recht gut anlegen. Alles wird fürs Anlegen an der Tankstelle vorbereitet und wir haben Glück, niemand ist angestellt und die Pier ist auch frei. Ich war sehr sparsam, ich kam mit 2,5 Liter pro Stunde durch. Gleich nach dem Tanken legen sie im Hafen an. Der Hafenmeister kommt erst nachdem ich schon gut vertäut liege und meint: „Gut, aber noch nicht sehr gut“. Die Beanstandungen werden schon weniger. Er erzählt uns, dass der Sohn (24 Jahre alt) vom Hafenmeister in Novigrad heute während des Schnorcheln gestorben ist. Wir drücken unser Beileid aus.

Danach verlassen sie mich und sie begeben sich in die Stadt. Nach einer Erfrischung gehen sie heute nur in die Pizzeria. Danach spazieren sie noch im Hafen, kaufen sich Zuckerwatte und Palatschinken. Sie sitzen noch ein wenig im Cockpit und dann geht es ab in die Kojen.

Ganz so zeitig wie sie wollen, stehen sie doch nicht auf. Aber es gibt keinen Wind also heißt es nach Grado motoren. Brigitte beginnt mit „Klar Schiff“, fädelt meine Spischoten und Kutterschoten aus und schießt alle restlichen Leinen auf. Sie bereitet die Wäsche für die Waschmaschine vor und Ferry hält Ausschau nach Schiffen. In Aquileia angekommen, beginnen sie mein Deck zu schrubben und als ich dann ganz nass war, haben sie mich einfach verlassen und sind auf ein Tratsch in die Marina gegangen.

Heute steht der Tag unter dem Motto: „Ich muss wieder glänzen“. Brigitte macht unter Deck alles klar, Ferry reinigt mein Dingi und zerlegt meine Paddelhalterung. Des Weiteren versucht er meine Hupe zu reparieren, die hat irgendwie zu viel Wasser abbekommen, sie bleibt heiser. Immer wieder kommt Willi auf ein Plauscherl vorbei, was meine beiden von der Arbeit abhält. In der Früh schaut noch Luka vorbei und holt wieder einmal meinen Außenborder. Hoffentlich bekommt er ihn jetzt hin. Brigitte will unbedingt einen neuen Außenborder, denn sie ist es leid, dass er nie zu verlässlich funktioniert. Ferry verstaut noch alles im Auto, diesmal kommen die Fahrräder nach Hause, die alte Genua wird auch im Auto verstaut, um sie zu kontrollieren und gegebenenfalls soll sie repariert werden. Am Abend, nach der Dusche probieren sie noch einmal das Essen im Marinerestaurant. Ferry bestellt sich „Misto Fritti“ und Brigitte Spagetti Vongole. Die frittierten Meeresfrüchte sind ausgezeichnet, die Spagetti ein wenig versalzen. Müde fallen sie in die Kojen.

Sie erledigen die letzten Arbeiten, schließen meine Ventile, schalten den Strom ab und versperren meine Luken. Das Dingi wird auf halber Höhe an meine Davits gehängt und schon sind sie auf den Weg nach Eichgraben. Die Fahrt beschert Ihnen viel Verkehr und viel Regen. Und schon wieder ist ein Urlaub für sie zu Ende.