11.Juni bis 26.Juni 2011
Brigitte hat schon viele Artikel aus der YachtRevue, Yacht und Co gescanned und auf den Bordlaptop archiviert. Bei der obligaten Frage - wohin soll der Törn diesmal gehen? - stoßen sie auf einen Artikel in der YR 2010-04 "Ziele im Kvarner". Für 14 Tage gerade die richtige Distanz. Nun in diesem Artikel werden nicht nur verschiedene Orte hervorgehoben, sondern auch deren kulinarische Spezialitäten. Das hat Ihre Aufmerksamkeit erregt. Warum nicht einmal neben der Küche an Bord auf Entdeckungsreise gehen und sich mit den hiesigen Köstlichkeiten verwöhnen zu lassen. Aber alles der Reihe nach ...
Diesmal kommen sie erst am Samstag zu mir. Sie holen den Anker von Michele und montieren ihn mir wieder. Ach ja, sie haben schon wieder einiges Neues mitgebracht - wann hört das wohl auf.
Am Sonntag geht es nicht
allzu spät nach UMAG zum Einklarieren und Tanken, danach weiter in die
Bucht DALJA.
Bei keinen Wind motoren sie
nach LUKA MIRNA, eine Bucht südlich von NOVIGRAD: Sie wollen den
windlosen Tag nutzen
und mir ein paar Reparaturen verpassen. Mein
Rotorblatt muss getauscht werden, da es einen Riss hat und gleich wird
per Internet ein neues bestellt - dann haben sie genug Reserveblätter. Die
Dirk wird durch ein gleich starkes Ende wie das Großfall getauscht und
nach achtern verholt, somit habe ich im Notfall ein zweites
gleichwertiges Fall. Die Bootshaken werden repariert, die Fenderleinen
werden getauscht und vom Generator die Starterleine verlängert.
Heute geht es bei 3-4 Bft
nach ROVINJ, wo sie in der südlichen Bucht ankern. Mit dem Dinghi fahren
sie in die Stadt, verproviantieren sich und gehen Essen. Leider ist es
diesmal kein kulinarischer Höhepunkt.
Wieder können wir bei 3-4 Bft und achterlichen Winden segeln und lassen nach einigen Halsen in der Bucht von PORTIC bei MEDULIN den Anker fallen. Am nächsten Tag ist wieder Windstille, also beschließen sie die restlichen Arbeiten zu erledigen. Sie verpassen mir weitere Teakhalterungen, meine Großsegelpersenning wird genäht, da die Naht vom Reißverschluss aufgeht. Der Fernseher bekommt eine neue Halterung, jetzt ist er endlich seefest.
Neun Stunden und sehr viele Wenden brauchen wir bis SUSAK – der Wind hat auf Süd bis Südost gedreht. Hier gibt es inzwischen ein Bojenfeld, aber wir ankern außerhalb. Ein Bayer, den der Hafenkapitän gebeten hat, kommt vorbei und lässt uns wissen, dass wir uns an eine Boje verholen können und nicht bezahlen müssen. Ein Gewitter ist vorhergesagt. Wir wollen aber lieber am Anker hängen bleiben, da wir diese Bojen noch nicht abgetaucht haben.
Nach all den
lukullischen Genüssen an Bord wird es Zeit wieder eine Konoba aufzusuchen
und diesmal entscheiden sie sich für die Bucht BALVANIDA. Dem Artikel der YR
trauend soll es hier die beste Peka im KVARNER geben. In BALVANIDA selbst
ist kaum Platz für viele Schiffe. Diesmal sind wir das Einzige und so können
wir uns den Ankerplatz aussuchen. Sicherheitshalber bringen sie Landleinen
aus, damit ich nicht schwoje und später kommende auch noch Platz finden. Sie
erkunden das Lokal bei einem Bier und bestellen für den Abend Peka vom Lamm.
Peka ist ein Gericht aus Fleisch und Gemüse das unter einer gusseisernen
Glocke in einer Feuerstelle gegart wird. Pünktlich um 19:00 wird ihnen
diese Köstlichkeit serviert. Dazu wird Brot und Salat gereicht und sie
können sagen, dass dieses ihr erster kulinarischer Höhepunkt war – außer
denen an Bord..
Der schon
erwähnte Artikel führt sie zur Konoba Jadran in TOVARNELLE auf PAG. Diesmal musste die Unterwassergenua helfen, denn der Wind
schwächelte. Vor Buganker machen wir an der Pier fest. Zwecks der Übung
wiederholten wir das Manöver, da der Anker das erste Mal nicht hielt. Der
Artikel verleitete sie zur Ortschaft LUN hinauf zu steigen. Leider gab es
dort kein Olivenöl zu kaufen, denn sie sind bekannt für die ältesten
Haine der Region. Zurück im Hafen, setzten sie sich an einen Tisch im Jadran von wo aus ein toller Blick auf den Sonnenuntergang bestand. Die
Krönung war eine riesengroße Platte mit Muscheln, die sie voll Genuss
verzehrten.
Von TOVARNELLE
aus geht es zurück zur Insel LOSINJ. Diesmal aber auf der nordöstlichen
Seite. Die Bucht heißt RAVENSKA und liegt südlich von VELI LOSINJ. Wir
können an der Innenseite der Mole fest machen, da gerade die Bojen davor
entfernt und durch Moorings ersetzt werden. Sie spazieren nach VELI LOSINJ –
es sind nur wenige Gehminuten
und besichtigen den Ort. In RAVENSKA gibt es ein
Lokal namens "BORA Bar" und dessen Spezialität sind Trüffelgerichte. Sasso,
der Wirt, war früher in den USA in einem Trüffellokal tätig und hat sich
hier seinen Wunsch erfüllt, ein mediterranes Lokal zu führen. Sie gönnen
sich Thunfisch-Carpaccio als Vorspeise, sowie selbstgemachte Ravioli bzw.
Tagliatelle mit Steinpilzen. Natürlich werden alle Speisen mit ausreichend
Trüffeln serviert.
Wir müssen schauen wieder nach Nord zu kommen. Wir wollen heute den Kvarner überqueren und hätten uns ein wenig Wind gewünscht. Leider war dem nicht so und so muss der Volvo herhalten. Wir machen wieder halt in der Bucht PORTIC (MEDULIN). Am nächsten Tag sind sie einfach nur faul.
Weiter geht es durch bis zur UVALA KRIZ. Die Bucht teilen
wir uns vorerst nur mit einem anderen Segler. Später folgt ein Nachzügler
und wirft seinen Anker genau über meinen und bleibt auf Tuchfühlung. Der
Hinweis darauf stößt auf Unverständnis, aber da wir uns nicht in Gefahr
sehen, gehen wir schlafen.
Aquileia ruft! Meine Leute
müssen schließlich wieder arbeiten gehen, denn sie wollen noch ein paar
Kleinigkeiten in mir verbaut wissen. Die Rückreise nach UMAG verläuft, wenn
man von Missverständnissen mit dem Nebenlieger - der unbedingt Tuchfühlung suchte -
absieht, ereignislos.
Wieder werden sie in nur 5 Tagen bei mir sein. Toll!