S/Y ALRISHA

Alubat OVNI 435

Kykladen

09.10. - 23.10.1999

Ein  Törn durch die Ägäis und den saronischen Golf!

Unsere Yacht ist eine Sun Odyssey 36.2. Sie hat 3 Kabinen und ist gut ausgestattet. Unter Segel läuft sie gutmütig, macht aber leider keine Höhe. Der Wendewinkel betrug 135 Grad. Das ist eben auf das Rollgroß zurückzuführen.

Kaum segelt man los mit einem nur 3 Jahre alten Charterschiff, schon wird nach dem Werkzeug gekramt und einmal alles gründlich zerlegt und dann wieder zusammengeschraubt bzw. gepickt etc. Erich erwies sich als außerordentlich geschickt.

Unser Törn beginnt in Kalamaki. Es ist dort wirklich so laut wie alle behaupten. Trotzdem kommen wir erst am Sonntag Morgen weg. Bei 3-4 Beaufort segeln wir nach Ägina. Ägina ist ein beliebtes Ausflugsziel der Athener. Die Insel bietet einen kleinen, bunten Hafen mit vielen Standeln, die Pistazien und eingelegte Früchte verkaufen, ruhige Buchten, und den Aphäa Tempel, für den es uns leider schon zu spät war.

 

Eigentlich war unser Planziel Kithnos, aber je mehr wir den saronischen Golf verließen, desto mehr mussten wir ins Reff. Kithnos anlegen wurde immer schwerer. Nachdem sich Ferry schlussendlich damit abgefunden hatte, dass es ohnehin nach Mitternacht wird, wurde auf brutale Höhe verzichtet und das Tagesziel somit eigentlich Nachtziel auf Serifos geändert. Gegen 09:30 weckte Ferry die Crew auf, um Schiff an die Pier zu verholen, denn wir wollten uns die Chora von Serifos ansehen. Nach einem kurzen Spaziergang kam gerade der Bus und so konnten wir ohne Schweiß das Bergdorf erreichen. Die Chora ist ein malerischer Ort aus weiß und blau, sehr sauber und hell. Von der Plaza stiegen wir noch zum höchsten Punkt die Treppen zur Kapelle hinauf. Ein beeindruckendes Bild über die Bucht und die benachbarten Inseln bot sich dem Betrachter. Wir ließen diesen Eindruck eine Zeitlang auf uns einwirken.



Unser Ziel ist Ormos Vathi auf Sifnos. Ein kurzer Schlag - gerade richtig nach der großen Überfahrt von Ägina nach Serifos. Vathi ist wahrscheinlich die schönste Bucht auf Sifnos. Kaum liegen wir vor Anker, schon ist das Dingi im Wasser - und Erich sitzt drinnen.

 

Dann folgt Paros - der Ort Paroika. Wir laufen ganz zeitig aus um den Sonnenaufgang zu bewundern. Raimund hat's nicht mitgekriegt und war ein wenig mürrisch. Portas - das Portal - ist eine Felsformation wie ein riesiges Tor vor Paroika. Dort finden wir weiß getünchte Häuschen und Gärten die nach Basilikum duften. Eine breite Straße führt zur "Ekatòn tapilìani-Kirche" - die Kapelle der hundert Türen. Wir haben sie erst abends besichtigen können, denn der Besuch mit kurzen Hosen ist verpönt.

 

 

Mangels Wind motoren wir nach Naussa, wo wir zunächst in der NW Bucht vor Anker gehen. Als malerisches Inseldörfchen gilt Naussa - weiß wie überall in den Kykladen und mit übermauerten Gängen und vielen Kirchen. Wir spazieren ein wenig herum. In Naussa finden wir ein Fischrestaurant - direkt am Innenhafen - das alle unsere Wünsche erfüllt.

 



Natürlich ist der Kurs von Naussa nach Mykonos eine Kreuz. Mykonos mit seinen Windmühlen und blendend weißen Häusern ist in den letztem Jahren zum Touristenzentrum der Kykladen geworden. Heute ist die Insel überlaufen und so genügt es den Besuch in die Vor- bzw. Nachsaison zu verlegen und man wird dem Zauber der Insel verfallen sein.

 

So ab und zu gönnten wir uns einen improvisierten Cocktail - Sundowner genannt - in Anspielung auf den Drink zur untergehenden Sonne. wer findet unsGerade am Sundowner nippend kam uns der Schreck, als wir die Fähre einlaufen sahen. Dann machte sie über unserem Anker fest und schloss uns mit ihren Trossen ein. In der Früh lag die Fähre noch immer vor unserem Schiff. Kazunga! - Ein Besuch bei den Port Authorities ließ uns wissen, dass wir uns in die Marina (ganz neu) hätten legen sollen. Nachdem wir nun wussten, dass die Fähre um 14:00 ablegt und die nächste um 14:30 kommt, beschlossen wir noch einen ausführlichen Besuch des Orts vorzunehmen. Für einen Besuch der Ausgrabungen auf Delos fand sich keine Mehrheit.

Auf einem Anlieger segeln wir nach Tinos. Tinos ist das griechische Lourdes - also ein Wallfahrtsort. Die Kirche Panagia liegt auf einem Hügel. Wir beeilen uns hinauf zu kommen, denn es wird bald dunkel. Dort findet gerade eine Hochzeit statt. Wir beobachten ein wenig und dürfen sogar mit Reis in der Kirche werfen.



Weiter geht es nach Syros, der Hauptinsel der Kykladen, leider aber mit wenig Wind. Wir liefen aber nicht die Hauptstadt an, sondern Ormos Foinika, denn dort gab es laut Hafenhandbuch Duschen! Man muss einfach Prioritäten setzen.



Der nächste Schlag bringt uns nach Kythnos. In Kythnos entstand so etwas wie eine Marina, oder ist im werden. Also trafen wir andere Verhältnisse vor, als wir dem Radspieler, Heikel etc. entnommen hatten. Da viele andere Segler längsseits gegangen waren, mussten wir hinein und ankern. Unser Anlegemanöver war aber sensationell und wir hatten einen tollen Abend dank einer Geburtstagsfeier.



Kea ist unser letztes Ziel in den Kykladen. Auf unserem Weg nach Ormos Agio Nikolaou machen wir halt in der Bucht Ormos Kalidonichi. Das Anlegemanöver fuhren wir dreimal. Seitenwind und schlecht haltender Grund waren die Ursache. Endlich fest - kehrten wir in die Taverne ein, deren Wirt uns beim Anlegen half.



Zum Kap Souinon bringt uns der letzte Schlag in der Ägäis. Dann laufen wir den saronischen Golf hinauf Richtung Athen. Das allen Seefahrern bekannte Kap Sounion war dem Meeresgott Poseidon und der Athena geweiht. Wir stiegen zum Tempel hinauf, dessen Marmorsäulen vielleicht die schönsten in ganz Griechenland sind. Diese Eindrücke lassen einem von der Antike träumen.



Übernachten wollen wir in Fokaia. Zunächst hadern wir wegen einem guten Ankerplatz und bringen zwei Anker aus. Zur Belohnung folgt das Captain's Dinner mit Fischplatte, Salat und reichlich Krassi - Blick aufs Meer inbegriffen.

Der letzte Schlag bringt uns zurück nach Kalamaki.



Vielfach haben wir Gelegenheit Fischer zu beobachten, wie sie mit Ihren Booten unterwegs sind oder ihre Netze einholen oder reparieren! Brigitte will ihre Schwimmweste ausprobieren und springt. Schaut Euch ihr Gesicht an - so toll war's nicht.



 

Und gesegelt wird bei wenig Wind mit Einsatz als wär's ein Cup. Gesteuert haben alle - mal schräg mal weniger.

 

 

Die Crew der Cosmos I verabschiedet sich. Bis zum nächsten mal ...