S/Y ALRISHA

Alubat OVNI 435

Eine kulinarische Reise

 

11.Juni bis 26.Juni 2011

Brigitte hat schon viele Artikel aus der YachtRevue, Yacht und Co gescanned und auf den Bordlaptop archiviert. Bei der obligaten Frage - wohin soll der Törn diesmal gehen? - stoßen sie auf einen Artikel in der YR 2010-04 "Ziele im Kvarner". Für 14 Tage gerade die richtige Distanz. Nun in diesem Artikel werden nicht nur verschiedene Orte hervorgehoben, sondern auch deren kulinarische Spezialitäten. Das hat Ihre Aufmerksamkeit erregt. Warum nicht einmal neben der Küche an Bord auf Entdeckungsreise gehen und sich mit den hiesigen Köstlichkeiten verwöhnen zu lassen. Aber alles der Reihe nach ...

Diesmal kommen sie erst am Samstag zu mir. Sie holen den Anker von Michele und montieren ihn mir wieder. Ach ja, sie haben schon wieder einiges Neues mitgebracht - wann hört das wohl auf.

Am Sonntag geht es nicht allzu spät nach UMAG zum Einklarieren und Tanken, danach weiter in die Bucht DALJA.

Bei keinen Wind motoren sie nach LUKA MIRNA, eine Bucht südlich von NOVIGRAD: Sie wollen den windlosen Tag nutzen und mir ein paar Reparaturen verpassen. Mein Rotorblatt muss getauscht werden, da es einen Riss hat und gleich wird per Internet ein neues bestellt - dann haben sie genug Reserveblätter. Die Dirk wird durch ein gleich starkes Ende wie das Großfall getauscht und nach achtern verholt, somit habe ich im Notfall ein zweites gleichwertiges Fall. Die Bootshaken werden repariert, die Fenderleinen werden getauscht und vom Generator die Starterleine verlängert.

Heute geht es bei 3-4 Bft nach ROVINJ, wo sie in der südlichen Bucht ankern. Mit dem Dinghi fahren sie in die Stadt, verproviantieren sich und gehen Essen. Leider ist es diesmal kein kulinarischer Höhepunkt.

Wieder können wir bei 3-4 Bft und achterlichen Winden segeln und lassen nach einigen Halsen in der Bucht von PORTIC bei MEDULIN den Anker fallen. Am nächsten Tag ist wieder Windstille, also beschließen sie die restlichen Arbeiten zu erledigen. Sie verpassen mir weitere Teakhalterungen, meine Großsegelpersenning wird genäht, da die Naht vom Reißverschluss aufgeht. Der Fernseher bekommt eine neue Halterung, jetzt ist er endlich seefest.

 

Neun Stunden und sehr viele Wenden brauchen wir bis SUSAK – der Wind hat auf Süd bis Südost gedreht. Hier gibt es inzwischen ein Bojenfeld, aber wir ankern außerhalb. Ein Bayer, den der Hafenkapitän gebeten hat, kommt vorbei und lässt uns wissen, dass wir uns an eine Boje verholen können und nicht bezahlen müssen. Ein Gewitter ist vorhergesagt. Wir wollen aber lieber am Anker hängen bleiben, da wir diese Bojen noch nicht abgetaucht haben.

Nach all den lukullischen Genüssen an Bord wird es Zeit wieder eine Konoba aufzusuchen und diesmal entscheiden sie sich für die Bucht BALVANIDA. Dem Artikel der YR trauend soll es hier die beste Peka im KVARNER geben. In BALVANIDA selbst ist kaum Platz für viele Schiffe. Diesmal sind wir das Einzige und so können wir uns den Ankerplatz aussuchen. Sicherheitshalber bringen sie Landleinen aus, damit ich nicht schwoje und später kommende auch noch Platz finden. Sie erkunden das Lokal bei einem Bier und bestellen für den Abend Peka vom Lamm. Peka ist ein Gericht aus Fleisch und Gemüse das unter einer gusseisernen Glocke in einer Feuerstelle gegart wird.  Pünktlich um 19:00  wird ihnen diese Köstlichkeit serviert. Dazu wird Brot und Salat gereicht und sie können sagen, dass dieses ihr erster kulinarischer Höhepunkt war – außer denen an Bord..

Der schon erwähnte Artikel führt sie zur Konoba Jadran in TOVARNELLE auf PAG. Diesmal musste die Unterwassergenua helfen, denn der Wind schwächelte. Vor Buganker machen wir an der Pier fest. Zwecks der Übung wiederholten wir das Manöver, da der Anker das erste Mal nicht hielt. Der Artikel verleitete sie zur Ortschaft LUN hinauf zu steigen. Leider gab es dort kein Olivenöl zu kaufen, denn sie sind bekannt für die ältesten Haine der Region. Zurück im Hafen, setzten sie sich an einen Tisch im Jadran von wo aus ein toller Blick auf den Sonnenuntergang bestand. Die Krönung war eine riesengroße Platte mit Muscheln, die sie voll Genuss verzehrten.

Von TOVARNELLE aus geht es zurück zur Insel LOSINJ. Diesmal aber auf der nordöstlichen Seite. Die Bucht heißt RAVENSKA und liegt südlich von VELI LOSINJ. Wir können an der Innenseite der Mole fest machen, da gerade die Bojen davor entfernt und durch Moorings ersetzt werden. Sie spazieren nach VELI LOSINJ – es sind nur wenige Gehminuten und besichtigen den Ort. In RAVENSKA gibt es ein Lokal namens "BORA Bar" und dessen Spezialität sind Trüffelgerichte. Sasso, der Wirt, war früher in den USA in einem Trüffellokal tätig und hat sich hier seinen Wunsch erfüllt, ein mediterranes Lokal zu führen. Sie gönnen sich Thunfisch-Carpaccio als Vorspeise, sowie selbstgemachte Ravioli bzw. Tagliatelle mit Steinpilzen. Natürlich werden alle Speisen mit ausreichend Trüffeln serviert.

Wir müssen schauen wieder nach Nord zu kommen. Wir wollen heute den Kvarner überqueren und hätten uns ein wenig Wind gewünscht. Leider war dem nicht so und so muss der Volvo herhalten. Wir machen wieder halt in der Bucht PORTIC (MEDULIN). Am nächsten Tag sind sie einfach nur faul.

Weiter geht es durch bis zur UVALA KRIZ. Die Bucht teilen wir uns vorerst nur mit einem anderen Segler. Später folgt ein Nachzügler und wirft seinen Anker genau über meinen und bleibt auf Tuchfühlung. Der Hinweis darauf stößt auf Unverständnis, aber da wir uns nicht in Gefahr sehen, gehen wir schlafen.

Aquileia ruft! Meine Leute müssen schließlich wieder arbeiten gehen, denn sie wollen noch ein paar Kleinigkeiten in mir verbaut wissen. Die Rückreise nach UMAG verläuft, wenn man von Missverständnissen mit dem Nebenlieger - der unbedingt Tuchfühlung suchte - absieht, ereignislos.

Wieder werden sie in nur 5 Tagen bei mir sein. Toll!